Skip Navigation LinksPhysiotherapie

Die Physiotherapie

Wir Physiotherapeutinnen kooperieren mit dem zuständigen Ärzteteam des Gesundheitsamtes, mit niedergelassenen Kinderärzten, Orthopäden, Kliniken und Hilfsmittelfirmen/Sanitätshäusern.

Unsere Arbeit orientiert sich überwiegend am Bobathkonzept und hat folgende Schwerpunkte:

  • Gemeinsam mit den SchülerInnen werden alltagsrelevante Bewegungsabläufe erarbeitet und in unterschiedliche Schulsituationen und Unterrichtsfächer eingebaut.
  • Wenn SchülerInnen Angebote für Sitz-, Steh- und Liegepositionen und besondere Esshilfen benötigen, werden hier gemeinsame Konzepte entwickelt, die in den Unterricht und den häuslichen Alltag gut integrierbar sind.
  • Bei Fragen die Hilfsmittel für die Schule und für den häuslichen Bereich betreffen, erhalten alle Beteiligten eine intensive multiprofessionelle Beratung und Unterstützung.
  • Wesentliche Teile der physiotherapeutischen kollegialen Beratung beziehen sich auf den Einsatz und Gebrauch von Hilfsmitteln, auf die konkrete Anleitung im Umgang mit einzelnen SchülerInnen, aber auch darauf, wie Fragen zu medizinisch-therapeutischen Hintergründen geklärt werden können.

Schwerpunkte und Inhalte unserer Arbeit:

  • Bobaththerapie
  • Psychomotorik

  • Therapeutisches Schwimmen

  • Therapeutisches Reiten

  • Hilfsmittelversorgung

Das Bobathkonzept

Das Konzept der Bobathbehandlung wurde vom Ehepaar Bobath in den 50er Jahren in London entwickelt.
Dr. Karel Bobath erarbeitete die theoretischen Grundlagen der physiotherapeutischen Behandlung von neurologisch erkrankten Kindern, zusammen mit seiner Frau Berta.

Den Bobaths war es wichtig nicht nur isoliert die Motorik des Patienten zu betrachten, sondern man bezog die Gesamtpersönlichkeit des behinderten Kindes in das Konzept und in die Therapie mit ein. Es ging darum ein „therapeutisches Milieu" für den Behinderten zu erarbeiten, adäquate Reize anzubieten und eine konsequente Behandlung im Team (Arzt/Therapeut/Eltern, …) durchzuführen.

Der Schwerpunkt der krankengymnastischen Therapie basiert auf Muskeltonusregulierung (Muskelspannungsregulierung), sowie der Hemmung und/oder der Bahnung (Fascilitierung) abnormer Haltungs- und Bewegungsmuster. Die Bobaths machten die Erfahrung, dass sich durch die Plastizität (Umorganisationsfähigkeit) des Gehirns verlorengegangene Funktionen und Bewegungsabläufe - trotz einer Schädigung - wiedererlernen und durch gesunde Hirnregionen reaktivieren lassen.

Ein weiteres wichtiges therapeutisches Ziel ist es, sich einschleichende Deformitäten und Kontrakturen aufzuhalten, bzw. zu vermeiden. Zunächst entstand das „Bobath-Centre" in London, 1960 fand bereits der erste Bobath-Kurs in Berlin statt. Inzwischen ist das Konzept weltweit verbreitet und wird bei Bewegungsstörungen unterschiedlichster Ursache auf neurophysiologisch und entwicklungsneurologischer Grundlage angewandt.

Psychomotorik

Der Begriff „psychomotorisch" kennzeichnet die funktionelle Einheit psychischer und motorischer Vorgänge.  1960 wurde die erste Veröffentlichung unter dem Begriff „Psychomotorik" aus der Arbeit von „Bewegung heilt. Psychomotorische Übungsbehandlung bei entwicklungsrückständigen Kindern"( Hünnekens/Kiphard) herausgegeben.
Hr. Hünnekens war Kinderpsychiater, Hr. Kiphard Dipl. Sportlehrer und Prof. für Sportpädagogik-. In der Psychomotorik (PM) steht als wesentliches Ausdrucksmittel die Bewegung im Vordergrund. Das Ziel ist, über Bewegungserlebnisse das Vertrauen in eigene Fähigkeiten (motorischer, koordinativer, sozialer, ….Art) zu stärken.

Erlebnisreiche- und orientierte Bewegungsangebote und Bewegungsspiele in der Psychomotorikgruppe wecken Neugierde, fördern und schulen die Wahrnehmungssinne, die Koordination und gehen auf die Bewegungsauffälligkeiten des Kindes ein. Viele unterschiedliche Materialien, Geräte und die räumliche Ausstattung (z.B. unterschiedliche Lichteffekte (hell/dunkel), Musik, ...) sollen die Kinder ohne Leistungsdruck zur Aktivität motivieren. Die Übungsbehandlung sollte nach Möglichkeit in Gruppen stattfinden, da hier gemeinsame Bewegungserfahrungen erlebt und kommuniziert werden können.

 

Therapeutisches Schwimmen

Das Erlebnis des Schwimmens und der Bewegung im Wasser bietet für viele körperlich beeinträchtigte Kinder eine neue oder zusätzliche Lebensqualität und ist oft die einzig Gelegenheit sich schmerzfrei zu bewegen. Der Auftrieb im Wasser erleichtert Bewegungsabläufe und ist sehr gelenkschonend. 

Ziele des therapeutischen Schwimmens:

  • Entspannung
  • Förderung der Bewegungsfreude
  • Verbesserung aller Bewegungsmuster
  • Psychomotorisches Lernen
  • Erlernen der Schwimmfähigkeit
  • und vor allem Spass !!!

Hippotherapie

ist eine physiotherapeutische Behandlung auf neurophysiologischer Grundlage mit Hilfe eines Pferdes. Das Pferd dient als therapeutisches Medium durch Bewegungsübertragung in der Gangart Schritt. Über die Schulung des Rumpfes im Sitzen werden Haltungsreaktionen ausgelöst, Gleichgewichtsgefühl und Balance werden trainiert. 
 

  • Normalisierung des Muskeltonus
  • Hemmung pathologischer Bewegungsmuster
  • Förderung der sensomotorischen Wahrnehmung
  • Bannung von Stell-, Stütz- und Gleichgewichtsreaktionen
  • Stimulation der Rumpfkontrolle mit Aufrichtung
  • Symmetrie, Gleichgewicht und Koordination durch Anpassung an die Bewegung des Pferdes

Hilfsmittelversorgung

Die Voraussetzung für gute Lernerfolge in der Schule und gezielte Förderung ist bei körperlich beeinträchtigten Kindern eine gute Hilfsmittelversorgung. Heranwachsende Kinder und Jugendliche benötigen spezielle und andere Hilfsmittel als Erwachsene. Sie benutzen und belasten diese anders oder müssen ihre Möglichkeiten mit speziellen Unterstützungen erst kennenlernen. Eine regelmäßige und engmaschige Beratung und Kontrolle durch ein Team, bestehend aus Kind, Eltern, Physiotherapeut und Orthopädietechniker ist die Grundlage jeder guten Versorgung.